Auf dem Plattenteller: Broilers – (sic!) CD Review

Reingehört

Bereits vor Monaten vorbestellt und diese Woche endlich von der Post abgeholt. Kein Release, das für den Beginn 2017 angesetzt wurde, hat in mir so viel Vorfreude, aber auch gleichzeitig Spannung hervorgerufen. Ich rede vom neuen Broilers Album (sic!) und wer mich kennt, der weiß, dass ich ein Fanboy der Düsseldorfer bin.

Zwischen Lobgesang und Hasspredigten

Entsprechend waren die Rezensionen auf Amazon ein Wechselbad der Gefühle: Von Lobgesang bis Hasspredigten war zur neuen Scheibe alles zu lesen. Ich muss zugeben, dass ich auch mein Problem mit der zweiten Singleauskopplung Es gibt keine Hymnen heute hatte. Allerdings ist sie im Kontext des Albums wirklich sehr gut platziert. Nimmt zum richtigen Grad den Fuß vom Gas, damit mit Die besten aller Zeiten eben zum mitsingen und sinieren verleitet.

Natürlich: Wer ein Fackeln im Sturm erwartet, der wird womöglich enttäuscht sein, wer den Broilers mit Santa Muerte und Noir den totalen Sellout nachgesagt hat, der kann (sic!) hier nahtlos dazustellen. Aber wir sind nicht mehr im Jahr 1996 und es wird einer Band doch wohl noch erlaubt sein, sich zu entwickeln.

Seite A hat mich auf jeden Fall nicht enttäuscht. Lediglich bei den ersten Takten von Gangster Gangster hat meine Augenbraue eine kurze Bewegung der Skepsis gemacht. Mit Ihr da oben folgt eine etwas ruhigere Nummer mit teilweise akustischen Gitarren und vokal-dominierten Parts, die sich durch die intensiver werdenden Drumrolls von Andi in einen finalen Refrain ergießt und den Hörer mit dem Satz hinterlässt: „Ihr sollt wissen, hier unten war es besser mit euch“.

Reminiszenzen und Rügen

Schnell die Seiten gewechselt und gelauscht, was uns auf der B-Seite erwartet. Mit Meine Wurzeln kommen die in den Ska Nummern gern eingesetzten Bläser relativ spät ins Spiel, doch das Saxophon knarzt so richtig schön. Das macht Spaß. Was bleibt: Reminiszenzen verlorener Tage und Rügen an die Gegenwart. Amaras Worte gepackt in ein solides musikalisches Bett. So kennt man es von den Broilers und so mögen sie viele. Kurzum: (sic!) zeigt, dass die Broilers wissen, auf welchem Parkett sie sich sicher bewegen – egal, wem es gefällt, oder nicht.

Übrigens: Am 31. März 2017 kommen die Jungs aus Düsseldorf in den Wiener Gasometer. Wer noch nicht die Chance dazu hatte, der besorgt sich die neue Scheibe am besten direkt am Konzert!

Durch seine Adern pulsiert Rockmusik und er hängt an der Nadel, seit er als Kind in die Plattensammlung seines Vaters gefallen ist. In den frühen 80ern geboren, erlebte er den Abgesang der Schallplatte, die Hochzeit der Mixtapes und den Siegeszug der CD.