Cellar Darling – Challenge Review

Reingehört

Challenge – so nennt sich die Debut-Single der Schweizer Band Cellar Darling. Am Freitag, den 23. September 2016 präsentierte ein Trio von etablierten Musikern ihren neuen Sound in Form von gleich zwei Liedern: Challenge und Fire, Wind & Earth.

Cellar Darling dringt ans Licht

Cellar Darling besteht aus Anna Murphy (Gesang, Drehleier), Ivo Henzi (Gitarre) und Merlin Sutter (Schlagzeug). Die drei Musiker stehen nun schon seit über zehn Jahren gemeinsam auf der Bühne, ob mit ihrer alten Band Eluveite, Annas Solo-Projekt oder Ivos Forest of Fog. Unter anderem deswegen verfügen sie über eine gewaltige Synergie, wie sie auch in der ersten Single ihres neuen Projektes sofort unter Beweis stellen.

Der Name der Band ist der gleiche, den auch schon Anna Murphys erstes Solo-Album trägt. Cellar Darling als Kombination von Worten hatte damals einen so großen Eindruck bei ihnen hinterlassen, dass die drei Schweizer sich kurzerhand dazu entschieden ihrer Band diesen Namen zu geben. Eine Verbindung zu Annas Album Cellar Darling gibt es weniger, es ist eher der gleichnamige Song zu dem sie Parallelen ziehen. Ihre neue Band stellt dabei das Ergebnis ihrer Kreativität dar, die bis vor Kurzem im Keller versteckt war und nun ans Licht dringt.

© Cellar Darling

Von links nach rechts: Merlin Sutter, Anna Murphy und Ivo Henzi. © Cellar Darling

Der Weg zu Challenge

Ihre erste Single haben Cellar Darling im Soundfarm Studio Luzern aufgenommen, wo sie zuvor auch schon mit anderen Projekten arbeiteten. Seit Juni schrieb das Trio offiziell an den Liedern für ihr Debut, am 23. September ist es endlich soweit. Mit Challenge veröffentlichen sie ihr mit Spannung erwartetes erstes Werk, als Bonus-Track gibt’s Fire, Wind & Earth aus derselben Studio-Session dazu.

Doch wie klingt Cellar Darling? Nach Anna Murphys fast schon poppigem Solo-Projekt oder erinnert es doch mehr an Black Metal à la Forest of Fog? Weder noch. Und ein bisschen von beidem. Anna packt jedenfalls wieder ihre Drehleier aus, Ivo wirft mit epischen Riffs um sich und Merlins Schlagzeug ist… laut. Obendrein wird das Trio noch von Shir-Ran Yinon und ihren Streichinstrumenten unterstützt, mit der sie schon zu Eluveitie-Zeiten getourt haben.

Die Single

Challenge eröffnet mit fast schon vertrauten Instrumental-Klängen, gefolgt von einem „The time is nigh“ mit Annas unverkennbarer Stimme. Damit setzen Gitarre und Schlagzeug ein und das Lied entwickelt sich zu etwas gänzlich Neuem. Und als wären eine durchgehend mitreißende Melodie und Lyrics mit Ohrwurm-Garantie noch nicht genug, setzt Cellar Darling mit dem Solo in der Mitte noch eins drauf. Ivos Gitarre schafft für Challenge eine unruhige Atmosphäre, die perfekt zum Text passt und Shir-Rans Streichinstrumente versetzen das ganze Lied mit einer leicht epischen Note. Während das Schlagzeug von Merlin im Hintergrund an den Herzschlag des Songs erinnert, schafft es der Gesang perfekt den Zwiespalt der besungenen Person darzustellen.

Der Text handelt grob vom inneren Kampf gegen sich selbst und den Rest der Welt, aber auch der daraus gewonnenen Stärke. Ein perfekter Soundtrack für einen Neuanfang und definitiv passend gewählt für den Wandel der drei Musiker. Außerdem wird euch der Part „This is the sound“ vermutlich den ganzen restlichen Tag im Kopf bleiben und dazu motivieren, den Song auf Dauerschleife laufen zu lassen.

Mit Fire, Wind & Earth liefert Cellar Darling ein härteres Gegenstück zum Titeltrack, das sich auf keinen Fall auf der B-Seite verstecken braucht. Die Natürlichkeit mit der die Instrumente und die Stimme harmonisieren zeigt sich im Bonus-Song fast noch mehr als in Challenge. Die langjährige Zusammenarbeit des Trios wird besonders hier sichtbar. Dank der emotionaleren Natur des Stücks kann auch Sängerin Anna einen Großteil ihres Potentials ausschöpfen.

Fazit

Challenge ist vorallem eins: eine Kampfansage an alle die an Cellar Darling gezweifelt haben. Die Band umgeht gekonnt vorhandene Genres und findet somit ihren eigenen, einzigartigen Sound. Nicht zuletzt wahrscheinlich dank der Kombination an (leider) unüblichen Instrumenten schafft sich Cellar Darling selbst eine Nische in der Musikszene. Mit dieser starken, ersten Single legen die Schweizer die Latte für sich selbst ziemlich hoch. Ob sie auf diesem Erfolg aufbauen können oder in ihrem eigenen Schatten untergehen werden wird sich erst zeigen.