Lee Fields & The Expressions: Little James Brown bringt den Soul nach Wien

Fotos On Stage

Im Kirchenchor hat Lee Fields vor 40 Jahren den Soul für sich in der Musik entdeckt und trägt ihn seither stimmgewaltig auf die Bühne: Erst am 18. Januar 2017 bewies er das Live im Chaya Fuera in Wien. Zusammen mit The Expressions ergibt sich so ein gewaltiger musikalischer Eindruck, der nicht nur Soul-Jünger ergreift.

Ja, Ergreifen trifft es hier perfekt, denn um ehrlich zu sein – ich mag Soul. Ich kenne die wichtigsten Vertreter dieser Strömung; Ray Charles, Aretha Franklin und natürlich James Brown. Aber ich würde mich nicht als Kenner bezeichnen. Deshalb musste ich den Mann Live sehen, der den ehrenwürdigen Spitznamen „Little James Brown“ trägt, um dem Soul etwas näher zu kommen. Den Titel trägt er übrigens, seitdem er sich mit einem Brown Song bei besagtem Kirchenchor vorstellte.

Ein Original mal Live sehen

Immerhin wurde Lee Fields in die Geburtsstunde des Soul hineingeboren und begann seine Karriere als die Soulmusik den Funk und Disko berührte. Diese Strömungen sind es auch, die einen ergreifen, wenn Lee Fields zur Trompete, Saxophon, Schlagzeug, E-Gitarre und dem unverkennbarem Bass die Bühne betritt: Mitreißende Energie schleuderte mir mit melodischer Reibeisenstimme entgegen, die eine Stärke und Ausdruckskraft innehatte, dass es mir beinahe die Socken auszog vor Begeisterung.

Die Strassteine auf seinem stilsicheren Jackets blitzten und funkelten im Scheinwerferlicht. Während The Expressions ihre ganze Seele in ihre Darbietung zu legen schienen, tänzelte der kleine James Brown mit leichtfüßigen Schritten und drehte sich gekonnt schwungvoll um die eigene Achse. Die Musik war überall und füllte die ganze Venue. Nicht letztlich die Erfahrung macht diesen Künstler zu einem Original der Soulmusik, und das spürt man vom wackelnden Zeh bishin zum mitreißenden „Yeah, yeah!“