Miyavi landet mit seiner FireBird-Tour in der Ottakringer Brauerei

Fotos On Stage

Für viele Fans war es bereits das Highlight des Jahres, den japanischen Superstar Miyavi am 28. April 2017 live in der Ottakringer Brauerei zu erleben. Schließlich hat man nicht alle Tage die Chance, einen waschechten Gitarrensamurai hautnah zu erleben. Die meisten Anhänger der japanischen Musikszene feiern den Künstler schon seit ihrer Kindheit, Miyavi selbst ist auch bereits mehr als sein halbes Leben lang als Musiker tätig.

Damals stand er noch mit seiner Band Dué le Quartz auf der Bühne, spielte in japanischen Filmen wie Oresama und lebte das klassische Rockstar-Leben. Heute zählt er zu den erfolgreichsten Künstlern Japans, durfte für Hollywood-Produktionen vor der Kamera stehen und ist glücklich verheiratet. Natürlich hat sich in dieser Zeit auch sein Musikstil weiterentwickelt. Vielen seiner Fans sagt der Genrewechsel nicht unbedingt zu, auf seine Konzerte gehen sie trotzdem. Sei es aus Hingabe zur Person oder aus bloßer Nostalgie. Das leichte Gefühl der Unzufriedenheit ist seit dem leider bei jedem seiner Auftritte präsent.

Sein Konzert in der Ottakringer Brauerei war die erste europäische Show seiner FireBird-Tour. Zuvor tourte er durch die Vereinigten Staaten und Kanada und spielte mit den verschiedensten Künstlern in Metropolen wie New York und Toronto. In Wien wurde Miyavi von den heimischen She and the Junkies unterstützt. Die Psychedelic Rocker aus St. Pölten lieferten an dem Abend eine solide Rockshow ab und heizten die Menge gekonnt für den Headliner vor.

Zwei Stunden nach Einlass betrat dann endlich Miyavi selbst die Bühne. Zusammen mit seinem Drummer Bobo und dem amerikanischen DJ Jonny Litten machte sich der selbsternannte Samurai daran, die Höhepunkte seines neusten Albums zu präsentieren. Zwischen den Liedern nam sich der Sänger immer wieder die Zeit, über die einende Kraft von Musik zu sprechen. Dass Miyavi sich in seiner Freizeit für UNHCR einsetzt, war auch am Konzert zu spüren. Immer wieder betonte der Musiker, dass man nur gemeinsam durch die Flüchtlingskrise kommt.

Allen ernsten Worten zum Trotz schaffte es der Rockstar, die Stimmung in der Halle auf einem konstanten Hoch zu halten. Er sprang von einem Hit zum nächsten und ließ auch den skeptischsten Fan kurz vergessen, dass dieser die neuen Lieder eigentlich gar nicht so mag. Das Publikum wurde von Miyavis unverkennbaren Gitarrenklängen zu Höchstleistungen angetrieben. Nach anderthalb Stunden Show war das lang erwartete Event auch schon wieder Geschichte und die ausgepowerten Fans machten sich bei einem kühlen Bier an der Bar daran, die digitalen Erinnerungen auf Social Media zu teilen.