Mother’s Cake bringen die Arena Wien zum Bersten

Fotos On Stage

Am 29. April 2017 stürmten Mother’s Cake die große Halle der Arena Wien – und ein Haufen Fans folgte ihnen wie Kinder dem Rattenfänger von Hameln: Die Venue war bereits vor dem Auftritt der drei Jungs aus Österreich brechend voll und um 20 Uhr rum strömten noch immer die Spontanen aus der Wiener Fanbase zur Abendkasse. Es war amüsant anzusehen, wie immer wieder die Anhänger der österreichischen Progressive Rock-Band in die Halle eintröpfelten – und das bis kurz vor Auftritt von Mother’s Cake.

Zwei Stunden vor den Headliner wärmten the ills und MILK+ die Anwesenden auf, während die Anwesenden immer mehr mit ihren Blicken in die Abwesenheit abdrifteten, dank Zauberzigaretten und sweet, sweet Mary Jane.

Inmitten von Schall und Rauch

Der Geruch des gesellschaftlich beliebten, aber vom Staat kriminalisierten Rauchkrautes schien ein Markenzeichen der Mother’s Cake Fans zu sein. Generell lässt sich dieser Typ Konzertbesucher relativ schön Schubladisieren:

16-28 Jahren, höchstwahrscheinlich mit dem passenden Alter Student oder in der Kreativbranche tätig, Chuckträger, Auf-Make-Up-Verzichter, Inide-Garage-Filth-Rock-Abtrünnige. Die große Masse dort wirkte wie eine eingeschworene Einheit. Und diese Masse schaffte Mother’s Cake vom ersten Takt an ganz nach ihren wünschen zu Formen: Kreischen, Jubelrufe – die Masse erwachte aus ihrer beinahe lethargischen Unbeweglichkeit und fing an, sich den ausgiebigen Instrumental-Parts, wo vor allem die Gitarre ihre Stimme fand, hinzugeben.

Ob The Killer, wo Sänger Yves seine ganze Stimmgewalt in Rockstar-Manier auf das Publikum niedergehen lässt oder Schlagzeuger Jan, der in Enemy das Schlagzeug besonders fürsorglich bearbeitet. Eines muss man ihnen lassen: Sie machen Rock Made in Austria einfach sexy für’s Ohr – und davon bleibt keiner unberührt. Auch wir nicht! Die lauschiglaunige Bühnenbeleuchtung in Form von nackten Glühbirnen und Neonröhren, die der Schriftzug der Band ziert, runden den glamourösen Trash-Look auf der Bühne ab.

Mother’s Cake zeigten an diesem Abend, wieso sie eine der wenigen österreichischen Bands sind, die die große Halle in der Arena Wien zum Bersten bekommen.