Sic Semper Tyrannis – World Ablaze Review

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Sic Semper Tyrannis, das ist der Name eines der wohl vielversprechendsten, österreichischen Metal-Acts. Der lateinische Spruch bedeutet „So immer den Tyrannen“ und bezieht sich auf ein meist tödliches Schicksal. Was zuerst ziemlich politisch klingt, wird von den vier Wienern etwas freier interpretiert: „Im Endeffekt heißt es nur: Tyrannei is a Blödsinn.“

Gegründet wurde die Band um Frontman Alex bereits im Jahre 2012, als Nebenprojekt der beiden Gitarristen. Die erste Demo begeisterte weitere Musiker und kurz darauf war das Lineup auch schon komplett. Bis 2016 arbeiteten Sic Semper Tyrannis dann daran, die Songs der Demo-CD neu aufzunehmen und in einer richtigen Scheibe zu verpacken. Alles selbst produziert, versteht sich. Ende des Jahres veröffentlichten sie dann endlich ihr erstes Album, World Ablaze. Kurz darauf verließ Gründungsmitglied Lukas die Band, um sich auf seinen Job zu fokusieren. Ersetzt wurde er durch Dominic, einem befreundeten Musiker, mit dem sie schon des Öfteren eine Bühne teilten.

Der Name ist Programm

World Ablaze ist der Titel des Debut-Albums der vier Jungs von Sic Semper Tyrannis. Nach dem kurzen Intro In Igne Confido geht es auf der Scheibe auch gleich richtig zur Sache. Mit dem Titeltrack World Ablaze eröffnet das Album nach einem ruhigen, ominösen Intro mit einem Paukenschlag. Mit harten Gitarrenriffs beweisen die Jungs sofort was in ihnen steckt und was man vom Rest des Releases erwarten kann: Schwermetall vom Feinsten.

Descent und Co. gießen nochmal ordentlich Öl ins Feuer. Sic Semper Tyrannis halten die Stimmung ihres Albums auf einem konstanten Hoch, sorgen mit dem ein oder anderen Song auch für die notwendige Abwechslung. Ein Highlight des Albums ist definitiv The Forbidden Place, bei dem die vier Metalheads auch mal kurz ihre sanfte Seite durchscheinen lassen. Mit einer, für Metal-Bands leider unüblich gefühlvollen Ballade, wird bewiesen, dass man auch anders kann. Auch der nächste Track am Album, Psycle, ist ein großteils gelungenes Experiment. Der Ausflug in Richtung Nu Metal bringt frischen Wind mit sich, könnte aber noch ein klein wenig Feinschliff vertragen.

Auf dem richtigen Weg sind Sic Semper Tyrannis aber auf jeden Fall. World Ablaze strotzt nur so vor Energie und Qualität, von der sich beinahe jeder Genrekollege noch etwas abschauen könnte. Eine der größten Stärken der Band ist die markante Stimme von Sänger Alex, aber auch die instrumentale Leistung der Musiker ist nicht zu verachten. Gekonnte Gitarrensoli , dramatische Drums und ein Bass, der den Zuhörer förmlich durch die Lieder peitscht. So muss Metal sein.

Über World Ablaze hinaus

Nach dem gelungenen Debut-Album Ende letzten Jahres haben Sic Semper Tyrannis große Pläne: Noch dieses Jahr wollen sie eine weitere EP mit neuen Songs veröffentlichen. „Dadurch, dass wir mit dem Album-Release so ewig gebraucht haben, haben wir die ganzen Lieder schon hundert Mal live gespielt und es wird uns langsam ein bisschen fad.“ meint Alex mit einem Augenzwinkern. „Wir sind relativ langsam was alles angeht. Es ist halt keine Profession, es ist ein sehr professionell gestaltetes Hobby.“

Es ist keine Profession, es ist ein sehr professionell gestaltetes Hobby.

Als seine größten drei Einflüsse nennt der Sänger In Flames, Machine Head und Trivium. Aber auch Industrial-Bands wie Fear Factory haben ihn stark beeinflusst: „Manchmal ein bisschen epischer sein, als man sein müsste.“ Aber auch für heimische Künstler kann sich Sic Semper Tyrannis‘ Frontman begeistern. Das Ende der österreichischen Metalcore-Band The Sorrow bedauert er sehr.

World Ablaze kann man sich übrigens hier und auf Spotify & Co. anhören. Wer die Scheibe lieber in seinen Händen hält, schaut am besten bei einer Live-Show der Jungs vorbei. Die sind ebenso energiegeladen, wie das Album. Wenn nicht sogar noch mehr.